Schreckliche Geschichte, das.
Menschenleben, Kulturgüter, Geschichte - in einem Augenblick zerstört.
Naturgewalt, Plattentektonik, nichts zu machen ...
erinnert mich an das große Erdbeben in Friaul, damals als ich noch ein Kind war. Kurz danach sind wir durchs Kanaltal gefahren -- die sichtbaren Schäden waren schrecklich. Die unsichtbaren vermutlich noch viel mehr.
Zwei Dinge find ich auch furchtbar: gestern in den Nachrichten wurde gesagt, dass es schon zu Plünderungen gekommen ist. Um Himmels willen! Kann die Not so groß sein oder ist es die Gier? Wie kann ein Mensch eine solche Situation ausnützen?
Und das andere sind die Warnungen des Wissenschafters Hiuliani, dem nicht nur niemand geglaubt hat, sondern der für seinen Versuch, die Menschen zu warnen, auch noch angezeigt wurde.
Das zeigt die Zerrissenheit dieser Gesellschaft. Vertrauen in die Technik, bauen auf die Technik, dass sie uns aus diesem teils selbsterzeugten Schlamassel wieder herausholen kann, aber nur, solange sie sagt, was alle hören wollen.
Und da geht es der Technik nicht viel besser als allen anderen, die sich bemühen, warnen und mahnen. Nur macht sie sich nichts draus, denke ich.
Blue Lady
Blue Lady - 7. Apr, 11:47

Hmmmm, sind Kinder heute tyrannischer als früher? und wenn ja, warum?
Ich schau mir mal die Eltern an: viele davon wollen alles sofort haben, haben keine Geduld, können nicht warten, noch nicht mal, bis eine extended version eines Films auf DVD rauskommt, da kaufen sie lieber beide DVDs, haben keine Frustrationstoleranz.
Das ist es, was die Kinder von klein an lernen, es wird ihnen vorgelebt, tagtäglich, von ihren Eltern, im Kindergarten von anderen Kindern, in der Schule -jeder muss alles sofort und gleich haben und natürlich nur das Beste (= das am lautesten Beworbene) ...
Nimm dazu den Fernseher als Baby- und Kindersitter und die vollkommen irreale, ja surreale Welt, welche die meisten Serien vorgaukeln - und dann fragst dich noch, warum 70 % aller Kinder gestört = verstört sind???
ich hab mir weiß Göttin und Gott Mühe gegeben, meinen Sohn anders zu erziehen. Ein wenig ist es mir gelungen, in vielen Punkten war der Rest der Welt stärker als ich - und ich musste das irgendwann einsehen oder daran zerbrechen ... es gefällt mir immer noch nicht.
*nachdenklich und traurig*
Blue Lady
Blue Lady - 6. Apr, 12:37

Mir kommt das Kotzen, jetzt aber wirklich ...
100 Millionen Euro in unter einer Stunde aufzutreiben, einfach so - nur um nicht eine Nacht in der U-Haft verbringen zu müssen ...
Und nichts, was irgend jemand dagegen tun könnte ...
Ich bin kein neidiger Mensch, wirklich nicht.
Aber das .... mir fehlen die Worte.
Es klafft ein riesiges Loch in der Realität, zwischen jenen, die sich heute morgen wieder vor einem SOMA angestellt haben, den Augustinverkäufern in der Station Neubaugasse, und den Elsners, Schlaffs und Meinls dieser Welt.
Wie lange lässt sich dieses Loch noch überbrücken? In meinem Kopf geht es schon jetzt nicht mehr zusammen.
Blue Lady
Blue Lady - 3. Apr, 10:15

die G20 tagen und in London brennt die Straße ...
die österreichische Version?
heute früh in der U-Bahn Station Stephansplatz: Pfeifen, Tröten, dutzende Jugendliche - offensichtlich Schüler höherer Schulstufen ... ich haste hindurch auf dem Weg ins Büro, erwische mich dabei, dass ich verärgert bin, weil ich ihretwegen zu spät kommen könnte ... vor nicht allzu langer Zeit war ich mit ihnen und ihren Lehrern auf der Straße, als das österreichische Bildungssystem demontiert wurde.
Haben diesen Fragen für mich jetzt weniger Bedeutung, nur weil mein Kind aus der Schule raus ist??
Stopp - aus - zurück!
Natürlich nicht!
Der Jammer ist nur, dass die Schüler instrumentalisiert werden, weil die ach so armen Lehrer zwei Stunden länger in den Klassen stehen sollen.
Wären sie auf der Straße, um gegen die soziale Kälte, die Angst der Menschen zu protestieren, ich wäre mit ihnen gegangen und eben zu spät gekommen in mein Büro.
Habt ihr euch schon mal überlegt, ihr Lehrer, die ihr zu einem guten Prozentsatz wirklich großartige Arbeit leistet, und das mit viel Idealismus, ob ihr eurer verstaubten Vertretung nicht einen Tritt geben wollt?
Welche Chuzpe das ist, angesichts steigender Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Menschen, sich dagegen zu wehren, ihnen eine bessere Ausbildung zu geben?
Frau Claudia Schmidt ist nicht die meine, auch wenn ich sie nicht persönlich kenne, denn ich traue Politikern nicht mehr so ganz, aber diese ihre Forderung ist durchaus in meinem Sinne
meint
Blue Lady
Blue Lady - 2. Apr, 11:41

Kurt Waldheim ist tot.
20 Jahre ist es her, dass er die tiefe Spaltung in diesem Land aufgezeigt hat. Die Spaltung zwischen den "Verdrängern" und den "Sich-ständig-erinnern-müssern".
20 Jahre ist es her, dass die österreichische "Mir san mir!"-Mentalität, welche binnen kürzester Zeit scheinbar auch Immigranten aus aller Herren Länder erfasst, einen neuen Push erhielt, ihren Heigh-Day hatte.
20 Jahre, in denen eine neue Generation herangewachsen ist, welche die jetzige mediale Aufregung wahrscheinlich gar nicht mehr versteht.
Österreich hat diesen "Imageverlust" scheinbar problemlos überstanden, zumindest wenn man den Touristenzahlen glauben darf.
Die Watsch-List hat die Amis nicht abgehalten, hier Urlaub zu machen.
Die internationale Aufregung, der "Schatten über Österreich", hat unsere Mit-Europäer nicht davon abgehalten, im Sommer wie im Winter in Scharen zu uns zu strömen. Natürlich nur wegen unserer hohen Kultur und unserer weiß angezuckerten Berge ...
Vor 20 Jahren, auf dem Höhepunkt meiner persönlichen Politisierung, war ich auch eine von denen, die ehrlich entsetzt waren, wer da plötzlich "mein" Bundespräsident wurde.
Aber noch viel mehr entsetzt über die Intensität des österreichischen Nationalismus, die Abgründe der österreichischen Seele.
Heute sind wir brave Europäer und wer solches Gedankengut in die politische Diskussion wirft, wird politisch korrekt gerügt, missachtet, auf Distanz gehalten. Verbale Entgleisungen in die rechte Richtung werden strengstens verurteilt. Politisch ist damit nichts mehr zu wollen. Offiziell.
Aber wie es aussieht und sich anhört, wenn die Kameras der Medien abgeschaltet sind, wenn "man(n) unter sich" ist .... Das ist hier die Frage.
Ich glaube an ein anderes politisches Bewusstsein in dieser in den letzten 20 Jahren herangewachsenen Generation, zumindest bei den wenigen unter ihnen, die überhaupt eines haben.
Ich glaube nicht an eine Bewusstseinsänderung bei den damaligen "Mir san mir!"-Schreiern. Die weltberühmte "österreichische Höflichkeit" ist bloss politische Tünche. Und dünn, sehr, sehr dünn.
Kurt Waldheim ist tot. Schön wäre es, er hätte die politische Einstellung all jener, die ihn gewählt haben, mit ins Grab genommen.
Schön wäre es, wenn die Medien *einmal* beschlossen hätten, diese an sich unwichtige Meldung nicht auszuschlachten, nicht wieder in diesem Topf umzurühren, dessen Inhalt mittlerweile so alt ist, dass er wirklich stinkt.
Fragt die Amis nicht nach ihrer Meinung, verschont unsere Mit-EU-Bürger mit lästigen Fragen., lasst die Nabelbeschau bleiben!
In Wahrheit will doch niemand wissen, was unter dieser dünnen Decke schläft.
Der Mann ist tot, jeder menschlichen Gerichtsbarkeit entzogen.
Lasst ihn und die "Schmutzkübel"-"Campaign" in Frieden ruhen!
Blue Lady
Blue Lady - 15. Jun, 08:19
