Megacorp oder Warum die Welt so ist, wie sie ist

Freitag, 19. September 2014

Schüssels Verbrechen

jetzt, mehr als 12 Jahre später, ist mir aufgegangen, was Schüssel wirklich angerichtet hat, mit seiner schwarz-blauen Regierung ...

nein, nicht die Pensionsreform, das war noch unter den Roten, Leute ... auch wenn mir immer noch die Galle hochkommt, 12 Jahre weg - einfach so, keine Chance mehr auf mehr als gerade genug zum nicht sterben

ja, die Zerschlagung des vielleicht nicht perfekten, aber doch ganz guten Bildungssystems, die kann er sich auf die Fahnen schreiben
erinnert ihr euch noch an die Zwangspensionierungswelle unter den Lehrern? Das einzige Mal in meinem Leben, dass ich mit Lehrern gemeinsame Sache gemacht habe, mit ihnen auf eine Demo zu gehen
genutzt hat es eh nichts

aber es ist viel, viel schlimmer
mit und nach ihm war es in diesem Land endgültig aus mit Handschlagqualität, mit dem Vertrauen, dass die, welche uns regieren, nur Gutes für uns wollen
etwas, dass dieses Land aus Jahrhunderten der Monarchie mitgenommen hat, so als hätte es weder Weltkriege noch Zwischenkriegsjahre je gegeben
futsch, aus, weg

statt dessen regiert Gleichgültigkeit (meistenteils) oder Misstrauen oder Resignation oder alles zusammen
und die Leute, vor allem die älteren (ja, okay, ich bin auch älter, aber anders!), laufen denen nach, die sich so benehmen, wie die Politiker, an die sie sich mit guten Gefühlen erinnern

auch wenn sie das nicht sind und ihr Lügengeflecht so was von durchsichtig ist

Menschen wollen nicht betrogen sein, das stimmt so nicht, aber sie würden gerne etwas glauben

shit, ich hoffe, der Kerl hat wenigstens Alpträume über das, was er angerichtet hat!

zornig
Blue Lady
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Mittwoch, 8. Januar 2014

Elegie für Griechenland

Was muss passieren, dass eine erwachsene Frau bei einem Beitrag in der ZiB vor Zorn und Trauer zu weinen beginnt?
So geschehen gestern Abend - ein kurzer Beitrag über die medizinischen Zustände in Griechenland, vor allem in Athen.
Da muss ich dazu sagen, dass es Jahre in meinem Leben gegeben hat, in denen in mehr Zeit in Griechenland und speziell in Athen verbracht habe, als an irgendeinem anderen Ort. Ist schon lange her, war in den - im Rückblick vergleichsweise - goldenen oder zumindest noch silbernen 80ern.
Aber 2001 hat sich mein Mann während unseres Urlaubes am Festland irgendeine Allergie eingefangen, also sind wir - nach Überprüfung, ob wir sowohl E- als auch Kreditkarte einstecken haben, in Argos in die örtliche Ambulanz gefahren. Wir wurden ernst genommen, äußerst freundlich und kompetent behandelt und versorgt, sowohl von den Schwestern als auch von der kompetenten und gebildeten Ärztin.
Als wir dann fragten, was wir schuldig wären, haben sie uns angeschaut, als kämen wir aus dem tiefsten Wald oder einem Dritte-Welt-Land. Selbstverständlich sei die Behandlung für EU-Bürger kostenlos, so wie für alle Griechen. Gerade noch, dass sie die Krankenversicherungsdaten meines Mannes aufgenommen haben ... ob das je mit unserer Krankenkasse verrechnet wurde? Keine Ahnung.
Leicht verdattert und sehr zufrieden haben wir unseren Urlaub fortgesetzt.

Das ist jetzt zwölf Jahre her.

Und gestern haben sie von drei Millionen Griechen gesprochen, welche keine Krankenversicherung mehr haben und darauf angewiesen sind, dass mitleidige Ärzte sie kostenlos behandeln und Menschen, welche noch ein bisschen Geld haben, Medikamente spenden.
Ja, das treibt mir die Tränen in die Augen und ich schäme mich ihrer nicht!
Ich schäme mich höchstens für diese EU, die nicht nur zugelassen hat, dass es soweit kommt, sondern das auch noch verlangt ...
wo geht all das Geld hin, dass seit Monaten nach Griechenland überwiesen wird?!?!?!?! Nur in die verdammten Banken?!?!?!?!

Gleichzeitig trommeln sie für ein europaweites Grundeinkommen - aber scheinbar interessiert das keinen. ich habe unterschrieben, mit Bauchweh und Vorbehalten, aber doch.
Und sei es nur, dass diese elende Misere in Griechenland, in Spanien und Portugal irgendwann ein Ende nimmt und ich ruhigen Gewissens wieder dorthin auf Urlaub fahren kann ...
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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die Qual nach der Wahl

dieses Land ist wieder ein Stückchen weiter rechtskonservativ geworden, denn liberal sind die Neos nicht

ein Spielplatz für Menschen, die wirklich nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld machen sollen

eine Gerontokratie - die meisten Stammwähler der regierenden Parteien sind Pensionisten

Frauen wählen OVP

Arbeiter, die (oder eher deren Eltern) die FPÖ vor dreißig Jahren aus dem Land geworfen hätte, hätte sie damals etwas mitzureden gehabt, sind jetzt HC-Fans

und von mir haben sie immer behauptet, ich wäre verrückt ...
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Freitag, 2. September 2011

Telekom und die sozialen Folgen

Meine Email an Frau Gabriela Moser von den Grünen:

Hallo Gabriela,

auch wenn ich in weiten Teilen mit deinem Artikel "Telekom-Affäre: Schüssel soll zurücktreten" übereinstimme, so vermisse ich doch eines schmerzlich, nicht nur in deinem Artikel, sondern in der gesamten grünen Rezeption dieser leidigen Affäre.

Die Telekom hat gleichzeitig mit diesen absurden Provisonszahlungen und der damit verbundenen Aktienausgabe hunderte, wenn nicht sogar tausende Stellen abgebaut - Menschen, welche teilweise bis heute keine neuen Jobs gefunden haben und unter großen existenziellen Problemen leiden.
DAS ist der eigentliche Skandal an der Sache, dass Geld irgendwelchen Gierhälsen für nicht definierbare Ziele in den Rachen geschoben wurde, während gleichzeitig Mitarbeiter massive Verschlechterungen ihres Lebens hinnehmen mussten!

Mein Zugang zur Grünen Bewegung im Jahr 1984 kam nicht nur über den Umweltgedanken, sondern sehr wohl auch über die soziale Schiene, die damals in der Bewegung ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt hat - dabei waren die Verhältnisse damals im Vergleich zu heute beinahe rosig ...
Ich bin sehr enttäuscht - und das inzwischen schon seit einige Jahren! -, dass die heutigen Grünen das scheinbar völlig vergessen haben. Zu ihrem Schaden, denn mit dieser von sozialen Realitäten völlig abgehobenen Politiklinie, welche seit zu vielen Jahren verfolgt wird, geht viel Wählerpotential verloren ... um's simpler zu formulieren: die Grünen sind auch nur mehr eine Mainstream-Partei ...

Marion
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Samstag, 19. März 2011

Atomgegner reloaded

als es in Österreich zur Abstimmung gegen Zwentendorf ging, konnte ich nur an den Demos teilnehmen, den wählen durfte ich ja noch nicht - zu jung ... lang, lang ist's her ...

als es in Wackersdorf heiß herging, bin ich per Autostopp hingefahren, um die Gegner dort zu unterstützen

ich bin dafür ausgelacht, verspottet und als fortschrittsfeindlich beschimpft worden
als Berufsrandaliererin bezeichnet worden

als nach Tschernobyl allen der Arsch mit Grundeis ging, war plötzlich einiges anders -
naja, und ganz so Unrecht hast du ja nicht gehabt ....
seien wir froh, dass es in Österreich kein AKW gibt ...
die Technik war halt veraltet und schlecht ...

dann ist viele Jahre lang nichts passiert, oder wir haben es einfach nicht erfahren ...

der Klimawandel trat immer stärker ins allgemeine Bewusstsein mit dem Ergebnis, dass Atomkraft eben doch "sauberere" Energie ist, nicht so wie Kohle-, Gas- oder Ölkraftwerke ...
starke Lobbies gegen ein paar "unbelehrbare Schwarzseher" ....

und jetzt?
modernste Technik im technikverrücktesten Land der Welt ... nichts hat sie genutzt ... es gibt nun mal Gewalten, die sich vom Menschen nicht beherrschen lassen

ich würde sonst was dafür geben, wenn ich dieses eine Mal wirklich Unrecht gehabt hätte ...

Blue Lady
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Freitag, 23. Oktober 2009

Hope less

Dark words in a darkening world ...

silent faces full of grief ... or laughter sounding false and forced ...

heavy grey clouds sinking down, smothering ...



Sommerland ist abgebrannt
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Montag, 24. Juli 2006

HEISS

Sommer, endlich Sommer....
Richtiger Sommer, so wie ich ihn gern habe ... schön warm, strahlend blauer Himmel, gut gelaunte lächelnde Leute ...
Hey, Moment, jetzt weiß ich, was mir die ganze Zeit schon fehlt!

Es ist Sommer und die Leute schauen immer noch traurig, mürrisch oder einfach fertig aus, die Gespräche sind nach wie vor ernst.

Ein Sommer der Festivals in Österreich, Music vom Feinsten. Aber auch ein Sommer der Skandale, (die Bawag, die Bankenaufsicht, die Selbstauflösung der Gewerkschaft, Yachtausflüge, neue U-Bahn-Züge,die nicht fahren dürfen...), der neuerlichen Katastrophen (wieso sind die in Indonesien zu blöde, selbst dann ihre Bevölkerung zu warnen, wenn das Vorwarnsystem funktioniert?!) und des Krieges ...
Eigentlich wollte ich irgendwann Urlaub in Jerusalem machen, mir diese historisch so bedeutsame Stadt anschauen, aber ich glaube langsam, die Chance habe ich für dieses Leben verpasst.

So bleibe ich (vorerst noch!) in Wien und führe weiter meinen täglichen Kleinkrieg gegen die Klimaanlage und für meine Bronchien ... vertrödle meine wertvolle Sommerzeit hier im Büro, wo meine Anwesenheit im Moment so nötig ist wie die der Gelsen in der Lobau ... und warte darauf, dass ich endlich raus und schwimmen gehen kann.

Leicht angeknuspert
Blue Lady
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Montag, 23. Januar 2006

Flexicurity und die Saliera

Da ist es also, ds neue Unwort des Jahres 2006 - zumindest für mich:
FLEXICURITY!!!!!
Weiß doch jeder sofort, was das sein soll, oder?!?!?!
Ich hab gedacht, mir kommt das Kotzen (für Wiener: das Speib'n), als ich jenen Beitrag in der ZiB gehört habe.
Der Arbeitsmarkt muss viel flexibler werden, denn das sorgt für größere soziale Sicherheit ... aaaaaaaaaaarrrg!
Arbeitsverträge all inklusive, Konkurrenzklauseln bald auch bei Billa-Verkäuferinnen, Notstandsgeldregelegungen, dass dir das Weinen kommt (ehrlicher Vorschlag einer hilfsbereiten AMS-Mitarbeiterin: na, dann müssen Sie die Partnerschaft halt vielleicht auflösen????) ... und das ist dann soziale Sicherheit.

Die Saliera ist wieder da. Hurra. Ehrlich, wär schade drum gewesen, wenn dieses einmalige Stück auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Was das mit Flexicurity zu tun hat?
Ganz einfach.
Wär' die Security weniger flexibel beim Wahrnehmen ihrer Aufgabe im KHM gewesen, wäre die Saliera nie verschwunden.
Und ganz bestimmt erfreut sich jener Wachmann, der erst einmal völlig unschuldig anderhalb Jahre verdächtigt und schikaniert worden ist, ganz besonderer sozialer Sicherheit, ohne Job, ohne Freunde und mit *dem* Stigma in seinem Lebenslauf ...
Hauptsache, Herr Direktor Seipl und die Frau Handarbeitslehrerin aus Vorarlberg dürfen ihren Job behalten (zumindest der Direktorsjob hätte eigentlich zur Disposition stehen müssen, nachdem das Ausmass der Schlamperei in diesem Museum bekannt wurde!). Um diesen Wachmann kümmert sich keiner.
Eine kurze Notiz fand sich irgendwann in der Arbeiterkammerzeitschrift - und nein, da ging es ihm nicht gut. Bin ja nur gespannt, ob irgendjemand auch nur daran denkt, ein wenig von dem, was diesem Mann angetan wurde, wieder gut zu machen ...

Und zu meinem Lieblings-Hass-Thema Handy passt's auch: Wer SMS verschickt, wird durch SMS umkommen .... Wie kann man bloss soooooooooo doof sein?!

fragt sich leicht entsetzt
Blue Lady

P.S. Hab noch was vergessen:
Vielleicht sind die Panzerknacker doch nicht das ideale Vorbild für ein geregeltes Leben? Deren geniale Coups gehen doch auch immer daneben!
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Dienstag, 15. November 2005

Batterien und Sardinendosen

Stell dir vor, du hast einen Chef, der Ordnungsfanatiker ist...
Der Mitarbeiter per Email und auch persönlich anmotzt, weil nicht alle alles sofort an den richtigen Platz legen ...
Wobei sich noch niemand die Mühe gemacht hat, zu definieren, was denn der richtige Platz ist, ob virtuell oder real, für Dateien, Dokumente oder Material ist ...
Einen Workaholic, der auch an Feiertagen und Wochenenden im Büro herumkrebst ...
Wo du nie sicher sein kannst, wenn du am Montag ins Büro kommst, ob die Sachen noch dort liegen, wo du sie hingetan hast ...

Und dann ist dieser Chef auch noch öfter unterwegs, manches Mal sogar eine ganze Woche lang. Du benützt diese Zeit, hinter ihm herzuräumen, jene infrastrukturelle Arbeit zu machen, für die absolut keine Zeit bleibt, wenn er da ist. Gräbst dich durch Berge von Papier auf seinem Tisch, um Dinge zu finden, die er ganz dringend braucht - was haben die Leute eigentlich früher gemacht, als es noch keine Scanner gab?!
Gräbst dich durch reale und virtuelle Laufwerke auf der Suche nach Dateien, von denen keiner mehr weiß, wo er sie hingespeichert haben könnte ...

Stell dir vor, in dieser Firma lagern Ersatzteile und Geräte, die alle zusammen sehr, sehr viel Geld kosten, teilweise noch nicht mal der Firma, sondern Kunden gehören... Irgendwie verstehst du schon, warum eine gewisse Sorgfalt wirklich nötig ist, schließlich geht es um viel Geld.

Und dann fragt dich ein Mitarbeiter, der schon seit einiger Zeit im ganzen Büroraum herumläuft, mit leiser Verzweiflung in der Stimme, wo denn in aller Götter Namen dieser Chef wohl ganz spezielle Batterien hingetan haben könnte, die dringend gebraucht werden.
Du suchst erst einmal an den logischen Plätzen: auf seinem Schreibtisch, in seinen Laden, im Lagerraum, in den Werkzeugkisten und -koffern.... nichts zu finden.
Die Verzweiflung breitet sich etwas weiter aus ...
Und wie als ob er dich gehört hätte, klingelt dein Telefon und der Chef ist dran.
Du fasst dir ein Herz und fragst nach den Batterien.
Und erhältst präzise, klare Anweisungen zu ihrem Lagerplatz: In dem Kasten hinter meinem Schreibtisch, im linken, in dem Fach, wo auch mein Essen verstaut ist, ganz rechts, eingehüllt in Plastikfolie ...
Du öffnest dieses Fach und sieh da - zwischen Sardinendosen und Tortellini liegen diese wertvollen Spezialbatterien ...

Wenigstens musste er selbst ziemlich lachen, als er mir erklärte, wo die Batterien sind ...

Und wieder bin ich der Erkenntnis, warum die Welt so ist, wie sie ist, ein Stückchen näher gekommen ...

Blue Lady (aus einem Berg Papiere auftauchend)
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